Injektionsverfahren oder Mauersägeverfahren: Welches passt zu Ihrem Haus?
Zwei bewährte Methoden gegen aufsteigende Feuchtigkeit – ein ehrlicher Vergleich. Was Sie wissen müssen, bevor Sie sich entscheiden.
Kostenlose Beratung anfragenGegen aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk gibt es zwei bewährte Verfahren: das chemische Injektionsverfahren (Einbringen von Abdichtungsmittel über Bohrungen) und das mechanische Mauersägeverfahren (Einlegen einer Polyethylen-Sperrplatte in das aufgesägte Mauerwerk). Das Mauersägeverfahren gilt als sichere und vollständig überprüfbare Methode, ist aber auf homogenes Mauerwerk wie Ziegel oder Sandstein beschränkt. Das Injektionsverfahren ist flexibler einsetzbar – auch bei Bruchstein – und erfordert weniger Platzbedarf. Welches Verfahren geeignet ist, hängt von Mauerwerksart, Wandstärke und Schadensumfang ab und sollte immer von einem spezialisierten Fachbetrieb vor Ort beurteilt werden.
Warum eine Horizontalsperre?
Altbauten und feuchte Wände: ein physikalisches Problem
Wenn der Putz bröckelt, die Wände feucht sind und Salpeterausblühungen das Mauerwerk überziehen, führt die Ursachendiagnose fast immer an denselben Punkt: Eine funktionierende Horizontalsperre fehlt oder ist nicht mehr intakt. Die gute Nachricht: Sie lässt sich nachträglich einbauen.
Jeder mineralische Baustoff nimmt über den kapillaren Saugeffekt aktiv Feuchtigkeit aus dem Erdreich auf. Diese Feuchtigkeit wandert im Mauerwerk nach oben – im Extremfall bis zu 1,5 Meter und mehr. Mit ihr werden bauschädliche Salze transportiert, die an der Oberfläche auskristallisieren, Putz zerstören und das Mauerwerksgefüge dauerhaft schädigen.
Bei Neubauten schreibt die DIN seit 1957 eine Horizontalsperre vor. In Altbauten vor 1957 fehlt sie in der Regel vollständig. Aber auch in jüngeren Gebäuden kann die ursprüngliche Sperrbahn aus Bitumen nach 40 bis 60 Jahren versagen.
Die zwei Verfahren
Chemisch oder mechanisch – so funktionieren beide Ansätze
Injektionsverfahren
Das Mauerwerk wird in der richtigen Höhe in regelmäßigen Abständen gebohrt. Über diese Bohrungen wird ein Injektionsmittel eingepresst, das die Poren und Kapillare des Baustoffs hydrophobiert, verengt oder verstopft – der kapillare Saugeffekt wird dauerhaft unterbrochen. Bei der Niederdruckinjektion wird der Druck über Manometer kontrolliert und die gleichmäßige Sättigung des Mauerwerks gezielt gesteuert.
- Für nahezu alle Mauerwerksarten, auch Bruchstein
- Auch bei sehr dicken Wänden einsetzbar
- Kurze Ausführungszeit
- Keine schwere Maschinerie nötig
- Zusätzliche Verfestigung des Mauerwerks
- Auch bei drückendem Wasser (mit flankierenden Maßnahmen)
Mauersägeverfahren
Das Mauerwerk wird abschnittsweise aufgesägt (je 1–1,5 m). In die Fuge wird eine kapillarwasserdichte Sperrplatte aus druckfestem Polyethylen eingelegt, statisch mit Keilplatten gesichert und die verbliebene Fuge mit schrumpffrei aushärtendem mineralischem Material verpresst. Das Ergebnis: eine absolut undurchdringbare, physische Barriere direkt im Mauerwerk.
- 100 % sichere, vollständig überprüfbare Abdichtungsebene
- Unverrottbares Polyethylen – resistent gegen Salze und Säuren
- Keine Setzungsrisse bei fachgerechter Ausführung
- Definierte Anschlussbereiche für flankierende Maßnahmen
- Mauern bis 1,3 m Dicke abdichtbar
- Seit Jahrzehnten bewährt, nach WTA-Merkblatt dokumentiert
Schritt für Schritt
So läuft das Mauersägeverfahren ab
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1Mauerwerk abschnittsweise aufsägen
Das Mauerwerk wird in der technisch richtigen Höhe abschnittsweise aufgesägt – je 1 bis 1,5 m. Mauern bis zu 1,3 m Dicke können so bearbeitet werden. Bei homogenem Ziegel- oder Sandsteinmauerwerk erfolgt der Schnitt im Trockenschnittverfahren, bei Naturstein- und Bruchsteinmauerwerk mit Diamantseilsäge im Nassschnitt.
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2Sperrplatte einlegen
In die aufgesägte Fuge wird eine kapillarwasserdichte Platte aus druckfestem Polyethylen mit Überstand und Überlappung eingelegt. Polyethylen ist unverrottbar und widersteht dauerhaft allen im Mauerwerk vorkommenden Salzen und Säuren.
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3Statisch sichern
Die Schnittfuge wird mit Keilplatten aus hochdruckfestem Kunststoff über den gesamten Mauerquerschnitt statisch gesichert – die Sperrplatte wird dabei fixiert. Bei fachgerechter Ausführung sind Setzungsrisse absolut ausgeschlossen.
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4Fuge verpressen und schließen
Die verbliebene Schnittfuge wird vollständig mit schrumpffrei aushärtendem mineralischem Material verpresst und geschlossen. Das Ergebnis: eine absolut kapillarwasserdichte, dauerhafte Horizontalsperre – direkt im Mauerwerk.
Direkter Vergleich
Injektionsverfahren vs. Mauersägeverfahren auf einen Blick
| Merkmal | Injektionsverfahren | Mauersägeverfahren |
|---|---|---|
| Prinzip | Chemisch (Poren werden hydrophobiert/versiegelt) | Mechanisch (physische Sperrplatte) |
| Überprüfbarkeit | Eingeschränkt | Vollständig überprüfbare Abdichtungsebene |
| Mauerwerkstypen | Nahezu alle, inkl. Bruchstein und Naturstein | Homogenes Mauerwerk (Ziegel, Sandstein, Kalkstein) |
| Mauerwerksdicke | Keine Begrenzung | Bis ca. 1,3 m |
| Platzbedarf | Sehr gering | Gering (speziell konstruierte Kompaktmaschinen) |
| Materialbeständigkeit | Abhängig vom verwendeten Stoff | Unverrottbares Polyethylen |
| Sicherheit der Abdichtung | Hoch (bei korrekter Ausführung) | 100 % mechanisch gesichert |
| Kosten (Richtwert) | ca. 180–380 € / lfm | ca. 200–400 € / lfm |
Entscheidungshilfe
Welches Verfahren passt zu Ihrem Haus?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht – und das ist kein Nachteil, sondern ein Qualitätsmerkmal seriöser Beratung. Entscheidend sind Mauerwerksart, Wandstärke, Grad der Durchfeuchtung und die notwendigen Begleitmaßnahmen.
Das Injektionsverfahren passt, wenn …
- Naturstein- oder Bruchsteinmauerwerk vorhanden ist
- sehr enge Platzverhältnisse herrschen
- die Mauern dicker als 1,3 m sind
- homogenes und heterogenes Mauerwerk gemischt vorliegt
- eine kurze Ausführungszeit erforderlich ist
Das Mauersägeverfahren passt, wenn …
- homogenes Ziegel-, Sandstein- oder Kalksteinmauerwerk vorliegt
- eine 100 % überprüfbare Abdichtung gewünscht wird
- definierte Anschlüsse für Sockel- oder Vertikalabdichtung nötig sind
- maximale Langzeitsicherheit gefordert ist
- eine energetische Sanierung geplant ist
Häufige Fragen
Fragen zu Injektionsverfahren und Mauersägeverfahren
Was ist der Unterschied zwischen Injektionsverfahren und Mauersägeverfahren?
Das Injektionsverfahren ist ein chemisches Verfahren: Über Bohrungen werden Abdichtungsmittel eingepresst, die die Poren und Kapillare hydrophobieren oder versiegeln. Das Mauersägeverfahren ist ein mechanisches Verfahren: Das Mauerwerk wird aufgesägt und eine physische Polyethylen-Sperrplatte eingelegt. Das Mauersägeverfahren ist vollständig überprüfbar; beim Injektionsverfahren hängt der Erfolg stark von Materialauswahl und Ausführungsqualität ab. Mehr Informationen: Injektionsverfahren | Mauersägeverfahren
Wann ist das Injektionsverfahren die richtige Wahl?
Das Injektionsverfahren eignet sich besonders bei heterogenem Mauerwerk wie Naturstein oder Bruchstein, das für das Mauersägeverfahren nicht geeignet ist, bei sehr beengten Platzverhältnissen sowie bei sehr dicken Wänden über 1,3 m. Entscheidend ist die Verwendung hochwertiger Materialien – z. B. Silikon-Micro-Emulsionen oder Polyacrylat-Harze – und die Ausführung mit Niederdrucktechnik durch einen erfahrenen Fachbetrieb.
Wann ist das Mauersägeverfahren die bessere Wahl?
Das Mauersägeverfahren ist bei homogenem Mauerwerk aus Ziegel, Sandstein oder Kalkstein die sichere und dauerhafte Wahl. Es ermöglicht eine vollständig überprüfbare Abdichtungsebene und definierte Anschlüsse für flankierende Maßnahmen wie Sockelsanierung oder Vertikalabdichtung. Nicht geeignet ist es bei sehr lockerem Mauerwerksgefüge oder bestimmten Natursteinarten wie Granitmauerwerk.
Kann man eine nachträgliche Horizontalsperre selbst einbauen?
Nein. Im Baumarkt erhältliche Mittel zum selbst Eingießen zeigen in der Praxis kaum dauerhafte Wirkung. Für ein zuverlässiges Ergebnis sind Spezialmaschinen, das richtige Material für das jeweilige Mauerwerk und jahrelange Erfahrung in der Schadensdiagnose und Ausführung erforderlich. Fehler beim Einbau führen dazu, dass die Feuchtigkeit nach kurzer Zeit zurückkommt – und die gesamte Investition umsonst war. Deshalb gilt: lieber gleich zum Fachmann.
Wie lange hält eine nachträgliche Horizontalsperre?
Eine fachgerecht eingebaute Horizontalsperre ist auf Dauer ausgelegt. Beim Mauersägeverfahren besteht die Sperrplatte aus unverrottbarem Polyethylen, das gegen alle im Mauerwerk vorkommenden Salze und Säuren beständig ist. Beim Injektionsverfahren hängt die Lebensdauer von den verwendeten Materialien ab; hochwertige Harze auf Polyacrylat- oder Polyurethanbasis sind dauerhaft wirksam. Beide Verfahren werden nach WTA-Merkblatt dokumentiert und ausgeführt.
Was kostet eine nachträgliche Horizontalsperre?
Die Kosten hängen von Mauerwerksart, Wandstärke, Zugänglichkeit und notwendigen Begleitmaßnahmen ab. Als grobe Orientierung: Das Injektionsverfahren kostet ca. 180–380 € pro laufendem Meter, das Mauersägeverfahren ca. 200–400 € pro laufendem Meter. Diese Werte sind Richtwerte – erst eine kostenlose Vor-Ort-Analyse ermöglicht ein verbindliches Angebot. Bautenschutz Katz führt alle Arbeiten zu Festpreisen aus. Einen ersten Überblick gibt unser Kosten-Check für Abdichtungen.
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